20120728

Ich

Ich bin seltsam.
Ich bin nichts und alles.
Ich will so viel und gebe mich mit so wenig zufrieden.

Ich will Gesundheit und Glück.
Ich hungere, rauche, kiffe, trinke. Ich verhungere nach Leben.
Ich esse, ich verzichte auf Suchtmittel. Ich bin satt vom Leben.
Ich möchte etwas und tue es nicht.
Ich möchte eine Beziehung.
Ich werde auf einen Mann aufmerksam, ich verliebe mich.
Ich merke, dass ich unglücklich bin.
Ich lerne einen anderen kennen, ich glaube, glücklich zu sein.

Ich betrüge den ersten.
Ich verfalle den dunklen Augen eines Dritten.
Ich betrüge sie alle.
Ich liege in irgendwelchen Armen und könnte schwören, ich wäre glücklich.

Ich gehe unter den Neonröhren der U-Bahn entlang und auf einmal wird mir klar, ich bin traurig.
Ich suche eine Lösung und der Teufelskreis beginnt erneut.
Ich will Liebe, ich will so viel, dass ich darin ertrinke.
Ich verlange bedingungslose Treue, ich toleriere keinerlei Betrug.
Ich will selbst treu sein und je mehr ich mich anstrenge, desto öfter gehe ich fremd.
Ich behaupte, es sei mir egal, ob ich die Einzige bin und leide Höllenqualen.
Ich tröste mich mit Wiens Nachtleben, der Musik, den Lichtern, dem Alkohol, dem Rausch.

Ich will Liebe, ich will Sex, ich will es immer und immer wieder, ich will es andauernd.
Ich will begehrt werden.
Ich will mich selbst lieben und werde von Selbsthass verzehrt.

Ich will ein Vorbild sein und doch gegen Regeln verstoßen.
Ich will rebellieren, provozieren, schockieren. 
Ich will Bewunderung und Anerkennung.
Ich will dünn sein.

Und ich glaube allen Ernstes daran, dass alles gut wird, wenn ich dünn bin.
Ich glaube allen Ernstes, dass ich glücklich werde, sobald ich dünn bin.

Nur noch ein Kilo.
Nur noch einer.

Ich schwör's dann wirst du glücklich.
Versprochen.

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Love,
R.

20120712

Budapest, meine tragische Heldin

Ich bin in Budapest.
Deshalb auch die Funkstille, obwohl das mittlerweile leider nichts Besonderes mehr ist. Umso dankbarer bin ich jedem einzelnen Leser, der geduldig auf meine Posts wartet und sie liest. DANKE <3
Der folgende Teil ist etwas politisch, wen das nicht interessiert, einfach bis zum nächsten Absatz überspringen:

Wieso tragische Heldin? Die wirtschaftliche und politische Lage meines Landes, Ungarns, ist im Moment, wie viele vielleicht wissen, sanft ausgedrückt... beschissen.
Ich will nicht näher darauf eingehen, sonst lässt der liebe Herr O., den ich und generell alle Ungarn so gern haben und der meinem Land so viel Freude und Sonnenschein und vor allem PRESSE- UND MEINUNGSFREIHEIT gebracht hat (Sarkasmus lässt grüßen), meinen Blog vermutlich sperren.
Nur so viel dazu: Die Stadt verfällt. Meine wunderschöne Stadt, mein wunderschönes Budapest, es verfällt. Die Häuser sehen aus, als würden sie bittere Tränen weinen, als würden sie dem einst allseits präsenten Glanz nachtrauern. Die Fassaden brökeln, Obdachlose auf den Straßen, sie wagen nur furchtsam einen Blick gen Himmel, nicht dass ihnen etwas auf den Kopf fällt.
Und gleichzeitig: Immense Ausgaben, wir wollen doch die Olympia zu uns holen, wir haben ja mehr als genug Geld! Der Umbau beim Südbahnhof Budapests wurde lahmgelegt weil die finanziellen Mittel nicht gegeben sind, aber ein neues, pompöses Stadion können wir uns leisten, natürlich! Einfach die Steuern auf alles erhöhen, bald wird die Atemluft versteuert.
Und doch liebe ich diese Stadt. Wenn sie sich, trotz der immensen Last auf ihren Schultern, in Form von wunderschönen Monumenten erhebt und sich tapfer Touristen und Einheimischen präsentiert. Budapest ist eine Komposition, ich kann mein tiefe Liebe, meinen Stolz und mein Mitgefühl mit dieser Stadt gar nicht in Worte fassen. Ich liebe ihren Mief, ich liebe ihre Parks, ich liebe ihre Tränen und ich liebe ihre Schönheit.

Nun gut, Themenwechsel, nicht dass euch hier fad wird.

Ich habe ein Buch über Magersucht gelesen, es heißt "Auf Stelzen gehen" von Lena S.
Ich finde es schlecht. Ich hasse ihren Schreibstil, ich hasse ihn, jede Seite war die reinste Qual, ich habs ausschließlich aus Prinzip fertiggelesen, weil ich nie ein Buch bei der Hälfte weglege.
Klar, es hebt sich ab, ist mal was Neues aber... Gott, es ist einfach schlecht. Meiner Ansicht nach.

Was meinen persölichen Fortschritt angeht: Ich nehme ja doch etwas ab. Ein bisschen, zwei Schritte nach vor, einen zurück, wieder zwei vor, wieder einen zurück. Entwicklung? Nur im Schneckentempo, ich muss "anzahn". Loslegen, weitermachen.
Manchmal ist mein Anblick im Spiegel unerträglich. Ich könnte heulen, könnte alle Glasflächen zerschlagen, alles kaputthauen. Die widerlichen Arme, die schwabbeligen Beine, dieses Fass anstelle eines flachen Bauches! Ekelhaft.
Und dann.. Manchmal, ganz selten, ist der Blick in den Spiegel in Ordnung.
Ach, es ist so anstrengend. Einfach anstrengend.

Was sich sonst so tut, kommt das nächste Mal, das Internet hier bringt mich etwas auf die Palme...

Love,
R.

20120704

Summer Holidays!

Oh Gott, es ist so heiß...
Jeden Tag hat es mindestens 38 Grad, ich bin am Abend schon um 9 immer müde und außerdem habe ich keine Shorts für das Fitness Center, was mir ernsthaft die Lust daran nimmt, überhaupt hinzugehen, ich hasse es!
Immerhin klappt das mit dem Abnehmen recht gut. In den Ferien möchte ich mindestens 10 Kilo runter haben, ist doch zu schaffen, in zwei Monaten, oder? Einen Kilo hab ich schon.

Was mein restliches Leben so betrifft...
Ich fühle mich hin und wieder wirklich schön und begehrenswert und dann sehe ich mich aus einem ungünstigen Winkel im Spiegel und verachte mich so sehr, dass es schon fast wehtut. Ich sehe die Veränderungen im einen Augenblick und im nächsten scheinen sie wie vom Erdboden verschluckt.
Einmal traue ich mich, in Shorts auf die Straße zu gehen, weil ich auf einmal meine, meine Beine wären doch recht straff und gar nicht mal so dick und auf einmal stehe ich in irgendeiner Ecke und kneife mir in das vermeintliche Fett an meinen Schenkeln. Vermeintlich? Ich weiß es nicht.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man trotz der Pille danach schwanger wird? Ich hatte nämlich meine Tage seit fast eineinhalb Monaten nicht mehr und das ist doch etwas beunruhigend...
Gestern habe ich mit dem potenziellen Vater geredet...
Oh Gott, ich fühle mich wie so eine psychopatische Schlampe, die um jeden Preis ihren Kerl behalten will und mit der "Ich muss mir dir reden... Ich bin vielleicht schwanger"-Nummer kommt.
Fortsetzung folgt...

Ein Thema, über das ich gerade lieber rede, sind die Feiern, an denen ich in letzter Zeit so war. Da wäre einmal die kleine Party in meinem Hinterhof, wo reichlich gesoffen, blau rumtelefoniert und gekifft wurde. Am nächsten Morgen konnte ich nicht in die Schule (wir haben an einem Montag gefeiert) weil das Mädchen, das bei mir übernachtet hat, sich so schlecht gefühlt hat. Naja, viel hab ich sowieso nicht verpasst, es war die letzte Schulwoche.
Dann war da der Donnerstag vor Schulschluss, den wir mit ein paar Klassenkollegen auf der Straße verbracht haben. Ich glaube, wir sind quer durch Wien gependelt und haben uns dann im Stadtpark den Sonnenaufgang angesehen. Es war echt witzig.
Dieser Sonnenaufgang hat mich übrigens so sehr inspiriert oder berührt oder wie auch immer man es nennen mag, dass ich entschieden habe, (vorerst) diesen Sommer keine Zigarette anzurühren. Bis jetzt klappt´s ganz gut, es kostet mich auch keine Überwindung.
Und als krönender Abschluss des Schuljahres war ich mit einer meiner liebsten Freundinnen, die gerade aus Neuseeland zurückgekommen ist, am Freitag in einer Disco.
Vorher haben wir noch etwas Grünzeug (das und Shisha rauchen ist erlaubt ;D) geraucht und es hatte so eine heftige Wirkung, wie noch nie zuvor.
Ich fühlte mich, als würde ich mich selbst von außen beobachten und bildete mir beim Tanzen zu den besten britischen Songs ein, alle um mich hätten auf einmal Fischköpfe. Und draußen hätte ich schwören können, dass meine Tasche tropft. Es war unglaublich überzeugend und faszinierend.
Das gehört wiederholt.

Ich danke euch für eure Treue!

Love,
R.

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